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Familienaufstellung

Genogramm­arbeit / Familien­stamm­baum­arbeit als Vorklärung in der systemischen Therapie

Das Genogramm ermöglicht sehr rasch einen tiefen Einblick in die Geschichte und das Wesen der Klienten / Supervisanden. „Genogramme bieten oft einen fast direkten Zugang zu komplexem, emotional besetztem Familienmaterial“ (Goldrick, Genogramme. 1990). Deshalb ist die Vorbereitungsphase der Arbeit wichtig und entscheidend. Es werden alle systemrelevanten Informationen gesammelt. „Ganz systematisch wird die Verbindung zwischen Ereignissen und Beziehungen in Lebensgeschichten einerseits und Mustern von Gesundheit und Krankheit andererseits verdeutlicht“ (Goldrick, 1990).

Einführung In der Arbeit mit Genogrammen, dem Fingerabdruck eines Gesamtsystems, wird eine Verbindung von Daten und inneren Bildern hergestellt. Ein Genogramm ist ein Familienstammbaum, durch den der Klient / das System sowohl in seiner historischen Dimension als auch in seinem gegenwärtigen Familiensystem und soziokulturellen Rahmen erfaßt und wahrgenommen wird.

Auch als Vorklärung bei Systemaufstellungen, in systemisch orientierten Beratungen und Supervisionen hat das Genogramm zwischenzeitlich seinen festen Platz. Es geht im Besonderen auch darum vergessene, ausgegrenzte und nicht in die Sicht kommende Systemmitglieder durch das vorherige Genogramm erst einmal sichtbar werden zu lassen. Zusätzlich ist hier für den Aufstellungsleiter von Bedeutung wer wird aufgestellt und wer wird auch / oder bei der Aufstellung vergessen. In der Supervisionsliteratur ist die Genogrammarbeit noch wenig zu finden, eventuell liegt es daran, dass es ein schnelles und übersichtliches Verfahren ist, das in einigen wenigen Sitzungen Sichtweisen eröffnet bzw. eröffnen kann, die bis in die frühe Kindheit zurückgehen (ein Bereich der traditionellerweise häufig noch der Psychoanalyse vorbehalten bleibt).

Ein Genogramm ist eine übersichtliche graphische Darstellung eines Systemgefüges – in der Regel über mindestens die letzten drei Generationen (bis Großeltern).

Vorgehensweise der Familienaufstellung

Ein Klient wählt aus einer Gruppe Stellvertreter für die Mitglieder seiner Gegenwarts- oder Herkunftsfamilie aus. Gesammelt stellt er diese nun in Beziehung zueinander, ganz nach seinem inneren Gefühl, sodass sein verinnerlichtes Bild im Raum Gestalt annimmt.

Dieses Bild bringt Verstrickungen, Blockaden und geheime Bindungen in kondensierter Form ans Licht und wird Ausgangspunkt eines oftmals tief bewegendenden Lösungsprozesses. Dabei kann unheilbringende „blinde“ Liebe, die sich opfern, andere retten, an deren Stelle leiden, für fremde oder eigene Schuld sühnen will, sich wandeln in einsichtige, „sehende“ Liebe.

Sobald alle geachtet und in ihrem Schicksal gewürdigt sind, können sich alte Bindungen lösen 

Sie lässt den anderen in seinem Schicksal, löst aus der Identifizierung mit Ausgeklammerten und gibt ihnen, wie allen anderen Familienmitgliedern, einen Platz im Herzen.

Sobald alle geachtet und in ihrem Schicksal gewürdigt sind, können sich alte Bindungen lösen. Von den Toten geht nun Wohlwollen und Kraft aus, frühere Partner sind versöhnt, anerkannte Schuld kann sich wandeln in die Kraft zum Guten.